Was du bei deiner Gehaltsverhandlung nicht sagen solltest

Rene
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Wenn es um Gehaltsverhandlungen geht, kann das, was du nicht sagst, genauso wichtig sein wie das, was du sagst. Wenn du ein begeisterter Pokerspieler bist, kennst du das Phänomen bereits: Die Person, die blinzelt, schwitzt oder sonst wie die Fassung verliert, verliert die Runde. Das Gleiche gilt für eine Gehaltsverhandlung.

Um dein Pokerface zu bewahren und das Gehalt zu bekommen, das du verdienst, musst du dich in der Kunst üben, nur dann zu reden, wenn du etwas Wichtiges zu sagen hast. Dein Ziel ist es, nur dann das Wort zu ergreifen, wenn es an der Zeit ist, deine Argumente vorzubringen – und keine Sekunde vorher. Das gilt unabhängig davon, ob du über ein neues Jobangebot verhandelst, eine Gehaltserhöhung in deinem aktuellen Job durchsetzen willst oder ein Gegenangebot machst.

Mach dir einen Plan und übe deine Argumente, damit du dich wohl fühlst, wenn du dich mit der Person zusammensetzt, die die finanziellen Fäden in der Hand hält. Es gibt auch ein paar Aussagen, die du vermeiden solltest.

Sage nicht – Ich brauche mehr Geld

Bei Gehaltsverhandlungen geht es nicht darum, ob du mehr Geld brauchst oder ob du mehr Geld verdienst. Es geht darum, ob du mehr Geld bekommen kannst. Das bedeutet, dass du den Markt und deine Position darin kennen musst und dass du diese Informationen zu deinem Vorteil nutzen musst.

Jobportale wie Glassdoor bieten dir einen guten Überblick was Personen in deiner Position üblicherweise verdienen. Gleiche die gefundenen Daten auch mit Kollegen in anderen Firmen oder über andere Portale über die Google Suche ab. Wenn du auf solche Daten hast, kannst du begründen, warum du eine Gehaltserhöhung wert bist. (Kurzversion: Du kannst X Probleme lösen, und Leute, die das können, sind auf dem Markt €Y wert).

Erwähne nicht deine monatlichen Ausgaben

Deine Ausgaben sind, wie der Rest deines Privatlebens, deine Sache und gehen niemanden etwas an – schon gar nicht deinen Chef oder den Personalchef. Wenn du zu viel von dir preisgibst, bekommst du nicht nur nicht mehr Geld, sondern verlierst vielleicht auch den Respekt deiner Kollegen, und das ist am Ende viel teurer als eine verpasste Gehaltserhöhung.

Wenn du persönliche Details in eine Verhandlung einbringst, verrätst du der anderen Person einige Dinge über dich, und nichts davon ist gut. Du könntest dich zum Beispiel als jemand entlarven, der sein persönliches Budget nicht im Griff hat, was einen Manager dazu veranlassen wird, es sich zweimal zu überlegen, ob er dir die Verantwortung für das Geld des Unternehmens überträgt.

Auch wenn du keine Schuld an deiner persönlichen Situation trägst, zeigt die Preisgabe von Informationen während einer Gehaltsverhandlung, dass du kein gutes Gespür für berufliche Grenzen hast, was dazu führen könnte, dass sich dein Chef bei der Zusammenarbeit mit dir unwohl fühlt.

Was du in deinem Letzen Job verdient hast geht niemanden etwas an

Dein bisheriges Gehalt ist irrelevant. Ein potentieller Arbeitgeber sollte die Vergütung auf Grundlage der mit der Stelle verbundenen Aufgaben und der für die Arbeit erforderlichen Qualifikationen festlegen. Er könnte auch Faktoren wie den Wettbewerb zwischen Firmen, leistungsgerechter Bezahlung und andere Dinge berücksichtigen, die ein realistisches Gehaltsziel rechtfertigen. Das Gehalt deines vorherigen Arbeitgebers (oder das Fehlen eines solchen) sollte jedoch keine Rolle spielen.

Besonders für weibliche Arbeitnehmer oder Personen die am Anfang ihrer Karriere stehen gibt es gute Gründe, vorherige Gehälter nicht zu teilen. (Siehe: Gender Pay Gap Bericht 2022) Es ist zudem gut möglich, dass du bei früheren Arbeitgebern aus Unwissenheit oder anderen Gründen ein niedrigeres Gehalt akzeptiert hast als es üblich ist. Was dir am Ende auch nicht im Weg stehen soll.

Falls ein Personalverantwortlicher versucht dich dazu zu bringen, deine Gehaltsvorstellungen zu nennen, kannst du die Frage auf den Kopf stellen, indem du nach dem Budget für die Stelle fragst. Wenn das nicht klappt, kannst du sagen, dass du erst mehr über die Stelle und ihre Aufgaben erfahren musst, bevor du eine gute Vorstellung davon hast, was angemessen ist. Aber was auch immer du tust, vermeide es, deinen Preis zu nennen.

Drohe nicht (direkt) mit der Kündigung

Eine letzter Punkt zum Thema Gehaltsverhandlung

Die Körpersprache sagt mehr als Worte wenn es um die berufliche Interaktion geht. Achte also nicht nur darauf, dass du das Richtige sagst, sondern übermittle auch mit deiner Körperhaltung, Mimik und Gestik die richtige Botschaft. Du könntest einen Freund oder eine Freundin bitten, dir bei einem Übungsgespräch zu helfen und es zu filmen, damit du sehen kannst, wie du in der Gesprächs- und Verhandlungsphase auf die Personalverantwortlichen wirkst.

Vermeide schlechten (oder zu ausdauernden) Augenkontakt, eine geduckte und extrem gebeugte Körperhaltung, unruhige Gesten wie das Zupfen an deiner Kleidung oder deinen Haaren oder das Wippen mit den Füßen oder alles was den Eindruck erweckt, dass du nervös bist. Denke daran, dass du ein Recht darauf hast, für deine Arbeit angemessen bezahlt zu werden und dass es im Interesse deines deines Arbeitgebers ist, dies zu tun. Wenn du es schaffst, dein Gegenüber als Verhandlungspartner und nicht als Gegner zu betrachten, wird es dir viel leichter fallen, dich zu entspannen, zu lächeln und deine Argumente vorzubringen.

Die Punkte zusammengefasst:

Dinge die du während deiner Gehaltsverhandlung nicht sagen solltest:

  • „Das ursprüngliche Angebot funktioniert für mich“
  • „Mein derzeitiges Gehalt ist…“
  • „Ich brauche mehr Geld, weil ich Studiendarlehen abbezahlen muss.“
  • „Ich bitte nur ungern um mehr, aber…“
  • „Ich bin ein Top-Performer und erwarte, dass ich am oberen Ende der Gehaltsskala bezahlt werde.“
  • „Ich habe viele andere Unternehmen, die versuchen, mich einzustellen.“

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