Alles über Arthrose im Homeoffice – Auslöser, Vorbeugung und Behandlung

Rene
Updated on

Durch den Lockdown und vermehrtes Homeoffice bewegen sich die Menschen immer weniger und es kommt zu immer mehr Gelenkproblemen wie Arthrose.

In diesem Artikel alles über die Gelenkkrankheit Arthrose. Deren Ursache, was man dagegen tun kann und wie man am besten vorbeugt.

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine Gelenkkrankheit bei welcher der Knorpel zwischen den Gelenken, über längeren Zeitraum geschädigt wird und die Gelenkknochen beginnen direkt aufeinander zu treffen. Es handelt sich um eine Verschleißerkrankung, welche alle Gelenke erfassen kann.

Im Endstadium berühren sich Kopf und Pfanne der Gelenke knöchern. Es ist kein Knorpel mehr zur Dämpfung vorhanden.

Am häufigsten ist das Knie betroffen. In einem gesunden Kniegelenk befindet sich eine Knorpelschicht zwischen den Gelenkflächen.

Diese Schicht ist sehr flexibel und schützt den Knochen wie ein Stoßdämpfer vor Belastungen.

Ein muskulär gut geführtes Gelenk kann auch bei einer Arthrose länger beschwerdefrei bleiben, da das Gelenk von Bewegung und Beweglichkeit profitiert.

Wird die Arthrose nicht behandelt, kann die Beweglichkeit stark eingeschränkt werden und selbst einfache Tätigkeiten zur Qual werden.

Was ist der Auslöser für Arthrose?

knie röntgen mit arthrose
Röntgen eines Knies mit Arthrose

Die Hauptursache für eine Arthrose ist mangelnde Bewegung des Körpers und eine einseitige Bewegung der Gelenke.

Laut DKV Report aus dem Jahr 2021 sitzen in Deutschland Menschen immer länger. An Werktagen waren es im Schnitt 8,5 Stunden pro Tag, bei Erwachsenen. Eine Stunde länger als noch 2018!

Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 sitzen sogar 10,5 Stunden pro Tag.

Der Sportwissenschaftler hat das Sitzverhalten der Menschen in Deutschland untersucht. Er warnt, dass übermäßiges Sitzen Gift für die Gelenke ist.

Es gibt eine große Menge an Gelenken die besonders unter vielem Sitzen leiden.

Eine Arthrose wird häufiger bei älteren Menschen diagnostiziert, doch bereits bei jungen Menschen häufen sich erste Symptome. (Studie: Epidemiologie der Arthrose – Orthopädische Klinik, Städtische Kliniken Bielefeld 2003)

Das beginnt im Kniegelenkt, bei dem wir erkennen, dass es insbesondere im Bereich der Bein-Rückseite, in einer dauerhaften 90 Grad Position, zur Verkürzung der Muskeln kommt.

Wenn Muskel verkürzt sind, werden Gelenke nicht mehr optimal versorgt. Der Knorpel erhält nicht mehr genügend Nährstoffe und es kommt zu Ablagerungen und Entzündungen.

Im Hüftgelenk haben wir keine optimale Versorgung der Beine weil die Blutgefäße abgeklemmt werden.

Im Bereich des unteren Rückens haben wir Probleme weil die natürliche Schwingung der Wirbelsäule nicht mehr aufrecht erhalten werden kann und somit eine große Belastung auf die Lendenwirbelsäule stattfindet.

Arthrose gehört zu den typischen Bürokrankheiten

Da wir bei Büroarbeit und besonders im Homeoffice häufiger und länger sitzen, steigt die Gefahr einer Arthrose über längeres arbeiten im sitzen.

Laut DKV Report haben 43% der Befragten im Homeoffice noch weniger Bewegung.

Die Vermeidung von Arthrose sowie anderen Chronischen Krankheiten ist das Ziel der Ergonomie am Arbeitsplatz.

Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber müssen sich mit dem Thema der regelmäßigen Bewegung befassen. Arbeitgeber sollten ihre Angestellten auf das Thema hinweisen und gemeinsam eine lange Gesundheit anstreben.

Wie kann ich Arthrose vorbeugen – 9 Tipps zum verhindern

  • Regelmäßige Pausen während der Arbeit (am besten stündlich), in denen man sich streckt und 5 Minuten die Beine in eine ausgestreckte Position bringt.
  • Zwei mal die Woche intensiveres Krafttraining.
  • Hüfte und Rücken regelmäßig kreisen lassen. (Hoola Hoop Ringe sind eine gute Wahl)
  • Regelmäßige Spaziergänge
  • Bewusst sitzen und die Rückenlehne zur Unterstützung des Rückens nutzen
  • Nicht gezwungen gerade sitzen
  • Squats / Kniebeugen (nicht bis zur Erschöpfung. Die Knie nicht bis zum 90 Grad Winkel knicken) können Wunder bewirken
  • Die Finger und das Handgelenk stündlich strecken und den Bewegungsradius der Gelenke ausnutzen
  • Vorsichtig! Den Bewegungsradius aller Gelenke ausnutzen und das mindestens täglich

Arthrose lässt sich am besten durch viele unterschiedliche Bewegungsabläufe vorbeugen.

Dazu gehören im Alltag das stündliche Dehnen und Strecken während der Arbeit sowie ein etwas stärkeres Krafttraining zwei mal die Woche.

Während der Arbeit am PC sollte zudem häufig zwischen sitzender und stehender Position gewechselt werden. Auch sind ergonomische Arbeitsmittel wie der richtige Stuhl, die richtige Tastatur und die richtige Maus wichtig!

Bei Maus und Tastatur ist ein wöchentlicher Wechsel, zwischen verschiedenen Modellen, eine hervorragende Variante um dem Handgelenk Abwechslung im Bewegungsablauf zu bieten.

Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Denn nur durch eine ausgewogene Ernährung mit vielen verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen, werden die Gelenke mit genügend Nährstoffen versorgt.

Tipp: Mindestens zwei mal am Tag mit einem elastischen Gummiband strecken und die Gelenke soweit es geht ausnutzen.

Ob Arthrose im Fuß, im Knie, in der Hand oder in der Schulter. Die oben genannten Tipps sind auf alle Gelenke anwendbar.

Was sind die ersten Anzeichen/Symptome von Arthrose?

Folgende Symptome können Anzeichen einer sich anbahnenden Arthrose sein:

  • Morgensteifigkeit in und um die betroffenen Gelenke, welche mindestens eine Stunde anhält
  • Schmerzen und Steifheit, die sich bei Inaktivität verschlimmern und bei körperlicher Aktivität bessern
  • Eingeschränkter Bewegungsradius der Gelenke
  • Schmerzen, Schwellungen und Steifheit in einem oder mehreren Gelenken
  • Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit und/oder Anämie

Siehe: Diagnostik der Arthrose (2001)

Mit welchen Tests wird Arthrose erkannt?

Arthrose kann zuverlässig durch die folgenden Tests erkannt werden:

  • Röntgenstrahlung – Mit Hilfe von Röntgenstrahlen, die mit geringer Strahlung den Knochen sichtbar machen, können Knorpelverlust, Knochenschäden und Knochensporne nachgewiesen werden. Röntgenaufnahmen können frühe Arthrose Schäden nicht aufdecken, werden aber häufig verwendet, um das Fortschreiten der Krankheit zu verfolgen.
  • Computertomographie (CT) – CT Scanner nehmen Röntgenbilder aus vielen verschiedenen Winkeln auf und kombinieren die Informationen, um Querschnittsansichten der inneren Strukturen zu erstellen. CT-Bilder können sowohl die Knochen als auch die umgebenden Weichteile sichtbar machen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) – Durch die Kombination von Radiowellen mit einem starken Magnetfeld können MRTs detailliertere Querschnittsbilder von Weichteilen wie Knorpeln, Sehnen und Bändern darstellen.
  • Ultraschall – Diese Technologie nutzt Hochfrequenz-Schallwellen, um Weichgewebe, Knorpel und flüssigkeitshaltige Strukturen in der Nähe der Gelenke (Schleimbeutel) darzustellen. Ultraschall wird auch verwendet, um die Platzierung von Nadeln zur Entfernung von Gelenkflüssigkeit oder zur Injektion von Medikamenten in das Gelenk zu steuern.

Kann Arthrose von alleine heilen?

Eine Arthrose heilt in den seltensten Fällen von allein. In der Regel lautet die Antwort also nein.

Knorpel wird sehr wohl vom Körper regeneriert, wenn auch nur sehr begrenzt. Diese Ergebnisse wurden zuletzt von der Duke University in den USA präsentiert.

In dieser Studie wurden Eiweißmoleküle des Knorpels genauer betrachtet. Diese Moleküle altern nachweislich. Doch wurden auch bei älteren Personen, besonders im Bereich des Fußes, viele „junge“ Eiweißmoleküle gefunden, was beweist, dass eine Regenration möglich ist.

Doch kann man durch regelmäßiges Bewegen der Gelenke, die Symptome einer Arthrose hinauszögern.

Bewegung und Belastung sorgen dafür, dass der Gelenkknorpel und die Gelenkflüssigkeit einen permanenten Austausch haben.

Dieser Austausch gewährleistet Nährstoffzufuhr für den Knorpel damit dieser gesund bleibt.

Behandlung von Arthrose und Gelenkschmerzen

Bewegungstherapie gegen Arthrose

Eine Bewegungstherapie kann für bestimmte Arten von Arthrose sinnvoll sein. Besonders wenn diese noch nicht zu sehr fortgeschritten ist.

Regelmäßige Übungen können die Muskeln um das Gelenk stärken und den Bewegungsradius erhöhen.

Medikamente gegen Arthrose

  • Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente – Diese können schmerzlindernd und Entzündungshemmend wirken. Hierzu gehört auch Ibuprofen. Stärkere Mittel können Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen verursachen oder das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen. Diese Mittel sind teilweise auch als Cremes oder Gele, zum einreiben erhältlich.
  • Gegenreizmittel – Einige Cremes und Salben enthalten Menthol oder Capsaicin, den Inhaltsstoff, der die Schärfe von Paprika ausmacht. Wenn Sie diese Präparate auf die Haut über Ihrem schmerzenden Gelenk auftragen, kann dies die Übertragung von Schmerzsignalen aus dem Gelenk reduzieren.
  • Steroide – Kortikosteroid-Medikamente wie Prednison reduzieren Entzündungen und Schmerzen und verlangsamen die Gelenkschädigung. Kortikosteroide können als Tablette oder als Injektion in das schmerzhafte Gelenk verabreicht werden. Zu den Nebenwirkungen können Knochenverdünnung, Gewichtszunahme und Diabetes gehören.
  • Krankheitsmodifizierende Antirheumatika – Diese Medikamente können das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen und die Gelenke und andere Gewebe vor dauerhaften Schäden bewahren. Neben den herkömmlichen Mitteln gibt es auch biologische Wirkstoffe und gezielte synthetische Wirkstoffe. Die Nebenwirkungen sind unterschiedlich, doch erhöhen die meisten Mittel das Risiko von Infektionen.

Operation

Wenn konservative Methoden weniger erfolgsversprechend sind, können Ärzte, im Gespräch mit dem Patienten, auch eine Operation anordnen.

  • Gelenk Reparatur – In manchen Fällen können die Oberflächen der Gelenke geglättet werden um Schmerzen zu reduzieren.
  • Gelenk Austausch – Bei dieser Prozedur wird das ganze Gelenk mit einem künstlichen ausgetauscht. Dieser Eingriff wird meistens für Knie oder die Hüfte eingesetzt. Siehe: Uniklinik Dresden – Welche Arten des Gelenkersatzes gibt es?
  • Gelenkfusion – Diese Operation findet meist bei kleineren Gelenken Einsatz. Wie beim Handgelenk, Fingern oder dem Fußgelenk. Hier wird das Ende der beiden Knochen entfernt. Anschließend werden die beiden Knochen verbunden bis sie zusammenwachsen. Das Ergebnis ist ein einziger solider Knochen mit, am Ende weniger bis keinem Schmerz.

Neue Forschung

Forscher der Duke University haben ein Gel erfunden, welches die Eigenschaften menschlichen Knorpels gut nachahmt. Dazu gehört zum Beispiel die starke Elastizität oder die lange Widerstandsfähigkeit des Knorpels.

Der Vorteil, welcher hier genannt wird ist, dass die Langlebigkeit viel höher ist als die einer Kniegelenksersatzoperation.

Bis es das Material jedoch vom Labor in den OP-Saal schafft, können noch rund 3 Jahre vergehen. (Der Satz wurde innerhalb der Studie im Juni 2020 erwähnt)

Fazit

Es lässt sich zusammenfassen, dass regelmäßige Bewegung den Knorpel mehr schützt als, dass es schaden anrichtet.

Durch eine gesunde und aktive Lebensweise beugen wir chronischen Krankheitsbildern vor.

Zur Erinnerung an das Training kann ein Wecker auf dem Smartphone helfen oder ein Post-It (Mit den Worten „DEHNEN!“) welches während der Arbeit konstant im Sichtfeld platziert wird, helfen.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *