Nonverbale Kommunikation im Job – Beispiele und Definition

Rene
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Nonverbale Kommunikation bezieht sich auf Gestik, Mimik, Tonfall, Augenkontakt (oder dessen Fehlen), Körpersprache, Körperhaltung und andere Arten, wie Menschen kommunizieren können, ohne Sprache zu benutzen.

Wenn du dich um einen Job bewirbst oder an einem Meeting teilnimmst, ist deine nonverbale Kommunikation fast genauso wichtig wie deine verbalen Antworten. Der Sozialpsychologie Prof. em. Dr. Johann Heinrich Ellgring hat in seiner Studie zur Nonverbalen Kommunikation herausgefunden, dass über 65% der Kommunikation nonverbal erfolgt.

Warum ist das wichtig? Deine nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten können einen positiven (oder negativen) Eindruck hinterlassen. Verschränkte Arme können abwehrend wirken. Eine schlechte Körperhaltung kann unprofessionell wirken. Ein nach unten gerichteter Blick oder das Vermeiden von Augenkontakt kann deinen Eindruck von Selbstbewusstsein beeinträchtigen.

Menschen bewerten nicht nur, was du sagst, sondern auch, was du tust, und du kannst deine nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten nutzen, um den besten Eindruck zu hinterlassen. Wenn deine Fähigkeiten nicht erstklassig sind, kannst du sie trainieren, damit du bei jedem, den du am Arbeitsplatz und darüber hinaus triffst, einen positiven Eindruck hinterlässt.

Was ist nonverbale Kommunikation – Definition

Nonverbale Kommunikation, auch manuelle Sprache genannt, ist der Prozess des Sendens und Empfangens von Botschaften, ohne Worte zu benutzen, sei es gesprochen oder geschrieben. Ähnlich wie die Kursivschrift die geschriebene Sprache hervorhebt, kann nonverbales Verhalten Teile einer verbalen Botschaft betonen.

Der Begriff nonverbale Kommunikation wurde 1956 von dem Psychiater Jürgen Ruesch und dem Autor Weldon Kees in dem Buch „Nonverbale Kommunikation: Notes on the Visual Perception of Human Relations“ eingeführt.

Nonverbale Botschaften sind schon seit Jahrhunderten als wichtiger Aspekt der Kommunikation bekannt. So stellte Francis Bacon in seinem Buch „The Advancement of Learning“ (1605) fest, dass „die Züge des Körpers die Veranlagung und Neigung des Geistes im Allgemeinen verraten, aber die Bewegungen des Gesichts und der Körperteile verraten nicht nur dies, sondern darüber hinaus auch die gegenwärtige Stimmung und den Zustand des Geistes und Willens.“

Arten der nonverbalen Kommunikation

Judee Burgoon hat sieben verschiedene nonverbale Dimensionen identifiziert:

  1. Kinesik oder Körperbewegungen einschließlich Gesichtsausdruck und Augenkontakt
  2. Vokalik oder Parasprache, die Lautstärke, Geschwindigkeit, Tonhöhe und Klangfarbe umfasst
  3. Persönliches Auftreten
  4. Unsere physische Umgebung und die Artefakte oder Objekte, aus denen sie besteht
  5. Proxemik oder persönlicher Raum
  6. Haptik oder Berührung
  7. Chronemik oder Zeit

Die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation

Die meisten Bewerber/innen bereiten sich sorgfältig darauf vor, was sie bei Vorstellungsgesprächen sagen werden.

Zu wissen, was du sagen wirst, ist jedoch nur ein Teil des Ganzen. Genauso wichtig ist es, dass du weißt, wie du deine Botschaften durch deine Körpersprache vermitteln kannst. Dein Erfolg bei Vorstellungsgesprächen hängt zum großen Teil davon ab, welchen Eindruck die Leute von dir bekommen und wie sie auf das reagieren, was du sagst.

Beispiele nonverbaler Kommunikation

Willst du deine Fähigkeiten auffrischen? Schau dir diese Liste der nonverbalen Fähigkeiten an und arbeite an den Bereichen, die du verbessern kannst.

  • Vermeide es, krumm zu sitzen. Sitze mit geradem Rücken auf dem Stuhl oder lehne dich leicht nach vorne, um Engagement zu zeigen.
  • Vermeide es zu lächeln oder zu lachen, wenn deine Botschaft ernst ist.
  • Bewege deine Hände und deine Mimik, um eine dynamische Präsenz zu zeigen. (Vermeide es aber, übermäßig mit den Händen zu sprechen, denn das kann unprofessionell und ungeschliffen wirken).
  • Nimm dein Handy, ein Getränk oder etwas anderes, das dich während des Gesprächs oder der Besprechung ablenken könnte, nicht mit.
  • Vermeide das Zappeln und Schütteln deiner Gliedmaßen.
  • Stelle häufigen, aber nicht ständigen oder durchdringenden Augenkontakt mit den Gesprächspartnern her.
  • Konzentriere dich auf das Gespräch.
  • Wechsle bei einem Gruppengespräch den Blickkontakt zu den verschiedenen Sprechern.
  • Stelle dich mit einem Lächeln und einem festen Händedruck vor. Achte darauf, dass deine Handflächen trocken sind.
  • Halte deine Hände von deinem Gesicht und deinen Haaren fern.
  • Höre aufmerksam zu und unterbreche nicht.
  • Halte die Arme offen – verschränkte Arme können Abwehrhaltung vermitteln.
  • Passe deine Stimme an, um Erregung auszudrücken und wichtige Punkte zu betonen.
  • Nicke, um zu zeigen, dass du verstanden hast.
  • Beobachte die Reaktion der anderen auf deine Aussagen.
  • Lies die nonverbalen Signale der anderen. Erkläre, wenn sie verwirrt aussehen, und beende das Gespräch, wenn sie genug gehört haben.
  • Verzichte auf gezwungenes Lachen als Reaktion auf Humor.
  • Vermeide es, auf die Uhr oder dein Handy zu schauen oder andere Anzeichen von Desinteresse zu zeigen.
  • Respektiere den persönlichen Freiraum, den deine Gesprächspartner/innen bevorzugen.
  • Wechsle in Gruppengesprächen oder beim Networking den Blickkontakt mit verschiedenen Sprechern.
  • Schüttle die Hände fest und ohne übertriebene Kraft.
  • Zeige, dass du dich für das interessierst, was dein Gesprächspartner dir erzählt.
  • Lächle, um zu zeigen, dass du amüsiert bist oder dich über das Gespräch freust.
  • Bleib ruhig, auch wenn du nervös bist.
  • Vermeide es, monoton zu sprechen.
  • Warte mit deiner Antwort, bis dein Gesprächspartner fertig ist.

Kommunikation im Vorstellungsgespräch

Deine nonverbale Kommunikation während eines Vorstellungsgesprächs kann entweder den Ton deines Gesprächs unterstützen oder den Gesprächspartner fragen lassen, ob du nur redest und nichts sagst. Wenn du nonverbale Verhaltensweisen zeigst, die zu deinen Botschaften passen, kannst du den Arbeitgeber davon überzeugen, dass du wirklich an der Stelle interessiert und für die Arbeit geeignet bist.

Ein weiterer Einstellungsfaktor ist die Fähigkeit des Bewerbers, mit Kunden, Kollegen und anderen Interessengruppen effektiv und konstruktiv zu kommunizieren.

Wenn du zum Beispiel die Körpersprache deines Gesprächspartners spiegelst, wirkt das vertrauenswürdiger. Ebenso ist mangelnder Augenkontakt ein Zeichen für geringes Selbstvertrauen und die Unfähigkeit, sich wirklich auf andere einzulassen.

Im Allgemeinen ist es am wichtigsten, positiv und einnehmend zu sein. Wenn du von deinen Fähigkeiten überzeugt bist und weißt, dass du eine Bereicherung für den Arbeitgeber sein wirst, kannst du das nicht nur durch deine Worte, sondern auch durch dein Handeln zeigen.

Übung macht das Vorstellungsgespräch perfekt

Wenn du mit Bekannten und Freunden Rollenspiele machst, kannst du deine nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten verfeinern. Versuche, deine Übungseinheiten aufzuzeichnen, damit du einige Nuancen deines Stils analysieren kannst. Hier sind einige Tipps zum Üben von Vorstellungsgesprächen.

Wenn du einige Zeit mit dem Üben verbringst, kannst du sicherstellen, dass deine Fähigkeiten auf dem neuesten Stand sind. Außerdem fühlst du dich bei einem Vorstellungsgespräch oder beim Networking wohler, wenn du dich darauf vorbereitet hast. Je weniger nervös du bist, desto besser wirst du kommunizieren können – sowohl verbal als auch nonverbal.

Kommunikation bei Networking-Veranstaltungen

Wenn du an beruflichen Networking-Veranstaltungen teilnimmst, kommt es auf deine nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten an. Wenn du unbeholfen oder nervös wirkst, ist es unwahrscheinlich, dass du Kontakte knüpfst, die dir bei der Jobsuche oder deiner Karriere helfen können. Wenn du übst, wie du dich vorstellst, kann der ganze Prozess reibungsloser ablaufen, damit du den besten Eindruck hinterlässt.

Kommunizieren am Arbeitsplatz

In vielen Berufen ist der Aufbau von Glaubwürdigkeit und Vertrauen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Durch nonverbales Verhalten (wie z. B. Augenkontakt) kannst du deine Aufrichtigkeit und deine einnehmende Persönlichkeit noch besser demonstrieren.

Siehe auch: Was sind Soft Skills? – Beispiele für Soft Skills

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